Finde den Produktionsfehler

Massen-Ohnmachtsanfälle
Seit 2010 wurden in Kambodscha über 100 Ohnmachtsanfälle gezählt, 6.000 ArbeiterInnen waren dabei betroffen. Eine Ursache dafür ist, dass der Arbeitslohn für eine entsprechend nahrhafte Ernährung nicht ausreicht.
Überstunden
Viele ArbeiterInnen sind auf Überstunden angewiesen, um dadurch mit ihrem ohnehin niedrigen Lohn überleben zu können. Fabriksleiter verlangen Arbeitsschichten von 10 bis 12 Stunden täglich, manchmal auch von 16 bis 18 Stunden täglich. Die Anzahl der Überstunden steigt stetig je näher der Abliefertermin rückt. Trotz gesetzlichen Bestimmungen ist die Sieben-Tage Arbeitswoche während Spitzenzeiten sehr verbreitet.
Unterkunft
Ein baufälliges Zimmer mit einer Größe von 3 x 5 m, kein fließendes Wasser, keine Toilette - Diese Art von Unterkunft teilen sich vier ArbeiterInnen in der Bekleidungsindustrie. Untertags werden die Matratzen aufgerollt, um mehr Platz zu schaffen.
Schulden
Eine kambodschanische Arbeiterin berichtet: “Mein Lohn reicht nicht aus, um für die nötigsten Bedürfnisse meiner Familie aufzukommen. Ich musste Geld von meinem Vermieter ausborgen. Ich schulde ihm 50 USD und 10 USD Zinsen pro Monat. Grundsätzlich kann ich nur 10 USD Zinsen zurückzahlen, nicht aber die Ausleihe an sich. Wenn ich krank werde, habe ich kein Geld für ärztliche Behandlung.”
Transport
5:30 morgens, dutzende junger ArbeiterInnen sitzen zusammengepfercht in einem Laster, um zur Textilfabrik gebracht zu werden. Am 16. September 2014 kam es zu einem weiteren Verkehrsunfall in Svay Rieng. 47 ArbeiterInnen und der Fahrer wurden dabei verletzt.

Existenzlohn–Defekt: Es ist Zeit für einen existenzsichernden Lohn für alle TextilarbeiterInnen

Der katastrophale Zustand in der Textilindustrie, massive Überstunden, Unfälle, Verschuldung, mangelernährte ArbeiterInnen etc. stehen im Zusammenhang mit einem großen Problem: TextilarbeiterInnen, die unsere Kleidung herstellen, werden nicht angemessen bezahlt. In den meisten Fällen verdienen sie nicht einmal 50% eines existenzsichernden Lohns. DAS ist der Herstellungsdefekt, der in fast all unseren Textilien steckt.

Erinnern wir die Modemarken daran, dass sie für die Einführung eines existenzsichernden Lohnes für TextilarbeiterInnen in ihrer Zulieferkette verantwortlich sind!

Sende ein Kleidungsstück aufgrund des Existenzlohn–Defekts symbolisch zurück und unterzeichne die Petition für einen Existenzlohn.

 

 

149 251 Menschen, die diesen Aufruf unterschrieben haben.

149.251 Personen fordern existenzsichernde Löhne

149.251 Personen haben bis Mitte Oktober 2015 die Petition für einen existenzsichernden Lohn unterzeichnet und fordern damit von den Modefirmen und politischen EntscheidungsträgerInnen einen Existenzlohn für ArbeiterInnen in der Bekleidungsindustrie. Denn ein Existenzlohn ist ein Menschenrecht!

Am 13. Oktober 2015 übergab die Clean Clothes Kampagne 149.251 Unterschriften an VertreterInnen von Modebranche - H&M, Inditex (Zara), New Look, Tchibo, C&A, Arcadia Group, Lola & Liza, Penland, Topshop Topman, JBC and Stanley and Stella - und an Klaus Rudischhauser, Vetreter der Europäischen Kommission.

Einige Firmen haben zugesagt, zukünftig existenzsichernde Löhne zu bezahlen, andere haben erste Schritte gesetzt, um sicherzustellen, dass ArbeiterInnenrechte in der Produktionskette eingehalten werden. Die Clean Clothes Kampagne denkt aber nicht daran, sich auszuruhen, solange bis existenzischernde Löhne in der Bekleidungsindustrie tatsächlich Realität sind.
Danke an alle UnterstützerInnen der Petition für für einen existenzsichernden Lohn!

 

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